AGB für Dolmetschaufträge

  1. 1.Geltungsbereich

Alle Leistungen erfolgen ausdrücklich auf Grundlage der nachfolgenden Geschäftsbedingungen. Diese Allgemeinen Geschäftsbedingungen gelten für zwischen Laura Schmutte, nachfolgend „die Dolmetscherin“ genannt, und ihren Auftraggebern geschlossene Verträge, soweit nicht ausdrücklich etwas anderes vereinbart oder gesetzlich vorgeschrieben ist. Die Allgemeinen Geschäftsbedingungen eines Auftraggebers sind für die Dolmetscherin nur verbindlich, wenn sie diese ausdrücklich schriftlich anerkannt hat.


2. Vertragsabschluss

Der Vertrag kommt durch die Annahme eines schriftlichen Angebots der Dolmetscherin durch den Auftraggeber oder mit der ersten Erfüllungshandlung auf der Grundlage eines von der Dolmetscherin abgegebenen Angebots zustande. Die Dolmetscherin kann ein Kundenangebot im Sinne von § 145 BGB innerhalb von 14 Tagen annehmen.


3. Ausführung

Die Dolmetscherin übt ihre Tätigkeit nach den Grundsätzen ordnungsgemäßer Berufsausübung sorgfältig aus. Sie ist verpflichtet, nach bestem Wissen und Gewissen zu arbeiten. Eine darüber hinausgehende Verpflichtung übernimmt sie nicht.


  1. 4.Arbeitszeiten

Die normale Arbeitszeit des Dolmetscherteams wird 3 bis 3 1⁄2 Stunden am Vormittag und 3 bis 3 1⁄2 Stunden am Nachmittag nicht überschreiten. Angemessene Pausen sind vorzusehen.


5. Mitwirkungs- und Aufklärungspflicht des Auftraggebers

Der Auftraggeber ist verpflichtet, der Dolmetscherin so bald wie möglich, spätestens jedoch 14 Tage vor Konferenzbeginn, einen vollständigen Satz aller einschlägigen Unterlagen (z.B. Arbeitsprogramm, Tagesordnung, Berichte, Referate, Anträge) in allen Sprachen, soweit vorhanden, in die und aus denen die Dolmetscherin dolmetschen soll, auszuhändigen. Von sämtlichen Schriftstücken und Manuskripten, die während der Konferenz verlesen werden, erhält die Dolmetscherin spätestens am Vortag der Verlesung eine Kopie, die bis einschließlich Verlesung und Behandlung des Schriftstücks oder Manuskripts bei ihr verbleibt. Wird diese Frist nicht eingehalten, so wird die Dolmetscherin von ihrer Leistungspflicht entbunden.


6. Simultankabinen und –anlagen

Ortsfeste Simultankabinen und –anlagen müssen den Anforderungen der ISO-Norm 2603, transportable den Anforderungen der ISO-Norm 4043 entsprechen. Die Dolmetscherin muss aus der Kabine direkte Sicht auf den jeweiligen Redner, in den Sitzungssaal und auf evtl. genützte Projektionswände haben. Die Verwendung von Fernsehmonitoren ersetzt die direkte Sicht nicht.

Der Auftraggeber ist verpflichtet zu gewährleisten, dass die Dolmetscherin die zu dolmetschenden Texte mit bestmöglicher Qualität hören kann. Ggf. sind geeignete Mikrofonanlagen einzusetzen. Es ist sicherzustellen, dass jeder Sprecher die vorhandenen Mikrofone benutzt. Es ist weiterhin sicherzustellen, dass der gedolmetschte Text die Zuhörer erreicht, ohne dass die Teilnehmer, die im Original hören, gestört werden.Personenführungsanlagen (sog. Flüsteranlagen) sind kein geeigneter Ersatz für Simultandolmetschanlagen.


7. Videokonferenzen

Der Auftraggeber ist verpflichtet, die Dolmetscherin von Anfang an in die Planung einer Videokonferenz einzubinden und mit ihr die Bedingungen für die Durchführbarkeit einer solchen Konferenz zu klären. Die Arbeitsbedingungen müssen den ISO-Normen 2603 und 4043 sowie CEI 914 entsprechen. Die Tonqualität muss im 125-150 Hertz-Bereich liegen. Hochauflösende Monitore sind unerlässlich. Höchstarbeitszeit: 2 Stunden täglich. Sog. Teledolmetschen (Dolmetschkabinen im Nebenraum) ist unzulässig. Weitere Einzelheiten sind im „Videokodex für Auftraggeber“ der nationalen und internationalen Organisationen von Konferenzdolmetschern enthalten.

Die Dolmetscherin wird von ihrer Leistungspflicht befreit, wenn die Simultananlage oder die Bedienung vom organisierenden Dolmetscher als unzureichend befunden wird. Die Pflichten des Auftraggebers bleiben hiervon unberührt.


8. Direktmitschnitt und Nutzungsrechte

Bei einer Dolmetschleistung gilt das gesprochene Wort, d.h. das Produkt ist zur sofortigen Anhörung bestimmt, die Nutzungs- und Urheberrechte verbleiben bei der Dolmetscherin. Soll ein Mitschnitt der Dolmetschleistung zur späteren Nutzung angefertigt werden, ist vor der Veranstaltung die Zustimmung der Dolmetscherin einzuholen. Direktmitschnitte werden zusätzlich zum Tageshonorar in Rechnung gestellt. Jede weitere Verwendung (z.B. Direktübertragung) bedarf einer gesonderten vertraglichen Vereinbarung. Der Auftraggeber haftet auch für unbefugte Aufnahmen durch Dritte.


9. Haftung

Sollte die Dolmetscherin aus wichtigem Grund an der Erfüllung des Vertrages gehindert sein, so hat sie nach besten Kräften und soweit ihr dies billigerweise zuzumuten ist dafür zu sorgen, dass an ihrer Stelle ein Fachkollege die Pflichten aus diesem Vertrag übernimmt. Dessen Verpflichtung bedarf der Zustimmung des beratenden Dolmetschers und ist dem Auftraggeber mitzuteilen.

Die Dolmetscherin haftet bei grober Fahrlässigkeit und Vorsatz sowie für die Verletzung wesentlicher Vertragspflichten. Eine darüber hinausgehende Haftung für leichte Fahrlässigkeit wird ausdrücklich ausgeschlossen. Der Schadensersatzanspruch für die Verletzung wesentlicher Vertragspflichten ist auf den vertragstypischen, vorhersehbaren Schaden begrenzt. Im Falle der höheren Gewalt sind die Parteien von ihren Verpflichtungen befreit, soweit diese Verpflichtungen von der höheren Gewalt betroffen sind. Dies gilt nicht für bereits entstandene Zahlungsverpflichtungen. Der Auftraggeber ist im Übrigen verpflichtet, bereits bei der Dolmetscherin entstandene Kosten zu ersetzen und bereits erbrachte Leistungen zu bezahlen.


10. Vertraulichkeit

Die Dolmetscherin ist verpflichtet, sämtliche ihr bei der Ausführung ihrer Tätigkeit bekanntwerdenden Informationen streng vertraulich zu behandeln und keinen Nutzen daraus zu ziehen, solange diese nicht geltendes Strafrecht belangen.


11. Vergütung

Das Honorar wird als Tagessatz in Rechnung gestellt. Nach § 19 UStG wird keine Umsatzsteuer berechnet. Der Tagessatz umfasst, abgesehen von der Dolmetschleistung am Tage der Veranstaltung, die organisatorische Vorbereitung des Einsatzes, die

Einarbeitung in das Thema, Terminologierecherche im Vorfeld, Nachbereitung, Terminologiepflege nach dem Einsatz usw.

Folgende Leistungen werden ggf. gesondert in Rechnung gestellt:

• Mehraufwand ab 30 Minuten über die normalen Arbeitszeiten gemäß Nr. 4 dieser Allgemeinen Geschäftsbedingungen hinaus. • Konsekutiv- oder Begleitdolmetschen bei Veranstaltungen außerhalb des eigentlichen Konferenzprogramms (z.B. Besichtigungen, Abendessen)

• Leistungen unter erschwerten Bedingungen (z.B. fehlende Sicht auf den Redner) • Übersetzungsleistungen am Rande der Konferenz • Dolmetschen des Sprechtextes von Filmen

Nach Veranstaltungsende wird eine Rechnung gestellt, die auch Kopien der Belege sämtlicher in Rechnung gestellter Auslagen enthält. Die Zahlung erfolgt innerhalb von 14 Tagen nach Rechnungseingang per Scheck oder Überweisung.


12. Honorar für beratende und organisierende Tätigkeiten

Steht die Dolmetscherin dem Auftraggeber auch als beratende Dolmetscherin zur Verfügung und unterstützt ihn somit in Fragen der Veranstaltungsorganisation und nimmt ihm dadurch einen umfangreichen Teilbereich der Veranstaltungsorganisation ab, wird für die Beratung und die Organisation des Dolmetscher-Teams ein gesondertes Honorar fällig.


13. Reise und Reisekostenvergütung

Sofern nicht anders vereinbart, werden die Reisekosten vom Auftraggeber wie folgt erstattet: Die tatsächlich anfallenden Reisekosten vom beruflichen Wohnsitz der Dolmetscherin zur Einsatzstätte und zurück werden pro Kilometer mit 0,36 € vergütet bzw. werden die Kosten für Bahn-, Flugtickets, Taxi etc. zurückerstattet. Falls die Dolmetscherin am Vor- oder Folgetag an- bzw. abreisen muss und folglich diese Tage nicht für andere Aufträge in Anspruch nehmen kann, wird ein Reisetagehonorar in Höhe eines halben Tageshonorars in Rechnung gestellt.

14. Unterkunft und Verpflegung

Sollte es für den Einsatz notwendig sein, dass die Dolmetscherin in einem Hotel übernachten muss, werden die Kosten für die Unterkunft vom Auftraggeber übernommen. Kosten für Verpflegung während des Auftrags werden ebenfalls vom Auftraggeber erstattet.


15. Ausfallhonorar und Stornokosten

Bei Absage eines bestätigten Dolmetschauftrags durch den Auftraggeber wird ein Ausfallhonorarin Rechnung gestellt. Bereits entstandene Kosten (z.B. Buchungs-/Stornogebühren) werden vergütet. Soweit die Dolmetscherin für den Termin des gekündigten Auftrags einen anderen Auftrag erhält, kann die hierfür gezahlte Vergütung vom Honorar für den gekündigten Auftrag in Abzug gebracht werden.


16. Anwendbares Recht

Es gilt deutsches Recht. Gerichtsstand ist Villingen-Schwenningen. Sofern eine der vorstehenden Bestimmungen unwirksam sein sollte, wird die Wirksamkeit der übrigen Bestimmungen hiervon nicht berührt.


Stand: Juli 2010